Positionen

Meine Überzeugung

Die Verantwortung des Einzelnen und das Prinzip der Subsidiarität halte ich sehr hoch. Probleme und Herausforderungen sollen dort gelöst werden, wo sind entstehen, und durch diejenigen, die betroffen und interessiert sind. Damit entstehen Lösungen, den effektiven Bedürfnissen entsprechen, die kostengünstig und nachhaltig sind und die von allen mitgetragen werden. Dies gelingt, wenn die Beteiligten offen und fair diskutieren und verhandeln und die Bereitschaft haben, auch Kompromissen einzugehen.

Die Gemeinde, das Gemeinweise steht jedoch in der Pflicht, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und muss dann die Verantwortung und die Führung aktiv übernehmen, wenn sie zuständig ist oder wenn Eigenverantwortung allein nicht mehr ausreicht.

Meine Sicht auf Windisch

Die Lage von Windisch in der Region Wasserschloss am Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat ist von allerbester strategischer Qualität. Dies wurde bereits vor als 2000 Jahren erkannt, das Oppidum der Helvetier, das Legionärslager der Römer, die Stammburg der Habsburger, die Spinnerei Kunz und der Bahnknoten Brugg legen davon Zeugnis ab.

Von dieser guten Lage profitieren wir weiterhin. Die heutigen wirtschaftlichen Zentren wie Aarau, Baden, Zürich oder Basel sind rasch und direkt erreichbar. Viele von uns pendeln zur Arbeit oder gehen dort in den Ausgang. Auch dank dieser Lage beherbergen wir wichtige kantonale Institutionen wie die PDAG und die FHNW. Punkten können wir mit einer intakten und vielfältigen Natur, die bereits wenige Schritte vor der Haustüre beginnt. Unsere Lebensqualität hier in Windisch und in der Region ist hoch, sehr hoch.

Profiliert haben wir uns in den letzten Jahrzehnten als Bildungsstandort mit weiter, gar internationaler Ausstrahlung. Mit unserer Bezirksschule Windisch, der früheren HTL Brugg-Windisch, der heutigen Fachhochschule Nordwestschweiz und der kommenden Kantonsschule wird Windisch die einzige Gemeinde im Kanton Aargau sein, in der unsere Kinder oder Enkel eine Hochschulausbildung abschliessen können, ohne einmal die Gemeinde verlassen zu müssen.

Die gute strategische Lage und unsere lange Geschichte führt aber auch zu Problemen, denn der Raum ist eng und der Platz fehlt. Die Ansprüche sind vielfältig und oft widersprüchlich.

Unsere optimale Verkehrslage in alle Richtungen, die während Jahrhunderten ein wirtschaftlicher Vorteil darstellte, ist heute auch eine Belastung. Zum einen fährt der Verkehr immer noch durch die Gemeinde, sei es auf der Strasse oder auf der Bahn. Zum andern spüren wir den Siedlungsdruck aus allen Richtungen. Auch der wirtschaftliche Aufschwung aus der Zeit der Industrialisierung wirkt bis heute nach. Windisch war nie eine Gemeinde der Wohlhabenden und Reichen, sondern vorab Wohn- und Arbeitsort von Arbeitern und Angestellten. Unsere Mittel der Gemeinde waren immer knapp und sind es auch heute noch.

Vision für Windisch

In den kommenden Jahren müssen wir viele Fragen beantworten, die Windisch verändern und für lange Zeit prägen werden. Stichworte dazu sind etwa die Verkehrsumfahrung, der Bau der Kantonsschule oder die Entwicklung der Gebiete Stadtraum Bahnhof Brugg-Windisch und Im Winkel.

Es muss Ziel sein, mit unseren Antworten auf die Fragen die heutigen Vorteile und die positiven Aspekte beizubehalten und zu stärken und die negativen Umstände möglichst abzumildern. Dies gelingt, wenn alle mitmachen und sich einbringen und alle bereit sind, im Interesse von Windisch zu handeln.

Zuwarten und nichts tun ist keine Option, weder wird der Verkehr von allein verschwinden noch wird der Siedlungsdruck abnehmen. Wir müssen diesen unvermeidbaren Wandel daher initiativ und aktiv angehen und mitgestalten und dafür brauchen wir eine neue Vision, an der wir unser Handeln ausrichten können: Eine Vision, wie Windisch aussehen soll, für was Windisch stehen soll. Eine Vision, hinter der alle stehen können. Eine Vision für das Windisch, das unsere Enkel übernehmen werden.

Schule

Windisch ist für die über 1200 Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen, die alle ein Anrecht auf einen zeitgemässen Unterricht in zweckmässigen Räumen haben. Sie haben ein Anrecht darauf, dass wir sie auf das Leben nach der obligatorischen Schulzeit gut vorbereitet sind. Es ist die Ressource der Zukunft.

Wir investieren aktuell In die Schulhausinfrastruktur. Das neue Schulhaus Dohlenzelg ist im Bau und das Schulhaus Rütenen wird im Frühling 2026 teilsaniert. Wir investieren viel Geld, aber damit ist noch nicht Schluss: Die Bereitstellung von ausreichendem und zweckmässigem Schulraum ist eine teure Daueraufgabe. Wir müssen deshalb sorgfältig planen und vorausschauend umsetzen, um finanzielle Spitzenbelastungen möglichst zu vermeiden.

Noch wichtiger als genügend Schulraum ist ein Unterricht, der die Schülerinnen und Schülern fordert und fördert und ihnen Wissen und Werkzeuge mitgibt, die sie auf ihrem weiteren Lebensweg benötigen. Dafür brauchen wir engagierte und gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Wir brauchen aber auch eine Schulkultur, in der sich Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrer sicher und aufgehoben fühlen. Diese Kultur muss ständig erarbeitet und tagtäglich aufrechterhalten werden, mit dem Einsatz und der Eigenverantwortung aller und mit der Unterstützung durch eine effiziente und effektive Schulleitung, ein entlastendes Schulsekretariat und eine wirksamen Schulsozialarbeit.

Raumplanung und Infrastruktur

Die Bau- und Nutzungsordnung hat die Gebiete Im Winkel und Chilefeld in das Baugebiet aufgenommen. Sie müssen in den nächsten Jahren überbaut werden. Ebenso ist absehbar, dass der Stadtraum Bahnhof Brugg-Windisch in etwas weiterer Zukunft bauliche Veränderungen und neue Nutzungen erfahren wird. Die Entwicklung dieser Gebiete bietet für Windisch Chancen und Risiken und hat in jedem Fall einen erheblichen Impakt auf die Gemeinde. Es ist entscheidend, dass die bereits angelaufenen Planungsarbeiten einvernehmlich fortgeführt werden und Lösungen gefunden werden, die den Interessen der Gemeinde, aber auch den Interessen der Eigentümer und Investoren gerecht werden. Wir brauchen eine Umgebung, in der sich die zukünftigen neuen Windischerinnen und Windischer wohl fühlen können, damit sie Teil der Gemeinde werden.

Unsere bauliche Infrastruktur, sei es Strasse, Wasser, Abwasser oder Strom, befindet sich über alles gesehen in einem guten Zustand. Diesen müssen wir bewahren. Regelmässigen Investitionen stellen sicher, dass die Versorgung auch weiterhin zuverlässig und reibungslos funktioniert.

Gewerbe

Wir haben das Glück, dass in Windisch noch viele, mehrheitlich kleinere, Gewerbebetriebe ansässig sind. Sie erbringen uns die Dienstleistungen, die wir für unser tägliches Leben und den Unterhalt unserer Güter und Liegenschaften brauchen. Sie bieten Arbeitsplätze und Lehrstellen. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort, sind bei Problem rasch und unkompliziert da und unterstützten uns bei Anlässen und Festivitäten. Unsere Gewerbe ist wichtig für uns und für Windisch. Wir müssen daher dafür sorgen, dass sie Rahmen- und Arbeitsbedingungen vorfinden, die sie in ihre wirtschaftliche Tätigkeit nicht behindern, damit wir weiterhin, das, was wir brauchen, in unserer Gemeinde beziehen können.

Verkehr

Windisch leidet, trotz der Südwestumfahrung, unter dem Verkehr.

Der eine Teil ist Quellverkehr, also Verkehr aus der Region in die Region. Er ist hausgemacht und wir alle haben es in der Hand, ihn zu reduzieren. Anstelle von erfahrungsgemäss wenig wirksamen Verboten, Beschränkungen und Erschwernissen sollten alternative Mobilitätsformen gefördert werden: pünktliche Busverbindungen, sichere Velowege, attraktive Fusswege.

Ein anderer Teil ist Durchgangsverkehr. Er ist eine Folge unserer strategischen Lage im Wasserschloss. Die kürzeste Verbindung aus dem süddeutschen Raum auf das schweizerische Autobahnnetz im Mittelland führt über Brugg und Windisch. Eine Route, die seit Jahrhunderten genutzt wird und die neben den Flüssen und der Eisenbahn zur wirtschaftlichen Entwicklung unserer Gemeinde beigetragen hat. Wir werden auch zukünftig mit diesem Durchgangsverkehr leben müssen, das Transportbedürfnis von Nord nach Süd wird bestehen bleiben.

Ziel für Windisch muss es daher sein, mindestens den Durchgangsverkehr aus dem Dorf zu verbannen. Mangels Raum und Platz ist nur eine Tunnellösung realistisch, so wie sie vom Kanton geplant wird. Die Gemeinde ist gefordert, in diesem Prozess die Interessen aller Windischer und Windischerinnen lösungsorientiert und fokussiert einzubringen.

Gemeindefinanzen

Windisch ist finanziell nicht auf Rosen gebettet. Unser Steuereinkommen pro Einwohner und Einwohnerin liegt sehr deutlich unter dem kantonalen Schnitt. Der hohe Steuerfuss von 115% zeugt davon. Gleichwohl müssen und wollen wir die der Gemeinde obliegenden Aufgaben korrekt erfüllen und unsere Infrastruktur erhalten und erneuern.

Unsere Mittel reichen nicht aus, um alle Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen. Seit Jahren ist die Betriebsrechnung im Minus und wir haben ein strukturelles Defizit. Wir leben eigentlich auf Kosten unserer Substanz. Allerdings, in den letzten Jahren hatten wir viel Glück: Unplanbaren Sonder- und Einmaleffekten haben uns noch zu positiven Rechnungsabschlüssen verholfen.

Davon dürfen wir uns aber nicht blenden lassen: wir können und dürfen auf Dauer nur so viel ausgeben, wie wir einnehmen. Sonst steigen die Schulden und es drohen noch höhere Steuern. Es gilt sorgfältig und weitsichtig zu planen, Ausgaben permanent und kritisch zu hinterfragen und sie auf das Nötige zu beschränken. Neue nicht zwingende Aufgaben dürfen wir nur übernehmen, wenn die Finanzierung gesichert ist, erst recht jetzt, wo unsere Schulden mit der Grossinvestition Schulhaus Dohlenzelg wieder massiv ansteigen werden. Wir sind es dem Steuerzahler schuldig, dass wir sein Geld am richtigen Ort zur richtigen Zeit nachhaltig und wirksam einsetzen.